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Ruanda / Kleinbauern

6. November 2014

Die Operation 11.11.11 leistet einen Beitrag zur Finanzierung des Hilfsprojekts für Familien in Ruanda, die Ackerbau und Viehzucht betreiben. Geleitet wird das Projekt von der Organisation „Auto-développement Afrique“ (ADA) zur eigenständigen Entwicklung Afrikas und ihrem Partner vor Ort, dem „Verein für die Förderung von Städtepartnerschaften und Völkerverständigung“. Ziel des Projekts ist es, die Armut in ländlichen Gebieten zu mindern und die Ernährungssicherheit von mehr als 10.000 Menschen in 2130 Haushalten zu gewährleisten.

Wo ? Das Projekt setzt sich in einer der ärmsten Regionen Ruandas ein, der Südprovinz, in den Distrikten Huye und Nyamagabe, 23 km von Butare entfernt. 70% der Menschen hier gelten als arm, die Hälfte davon als extrem arm.
Warum ? Die Mehrheit der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Diese jedoch steht aus mehreren Gründen vor schwerwiegenden Problemen. Auf der einen Seite sind die landwirtschaftlichen Betriebe extrem klein, auf der anderen Seite sieht sich die Landwirtschaft einer Verschlechterung der Bodenqualität aufgrund von Erosion und Übersäuerung entgegen. Darüber hinaus sind die landwirtschaftlichen Erträge aus Ackerbau und Viehzucht unzureichend und die Agrarproduktion sehr begrenzt.

Einen Überschuss an Nahrungsmitteln gibt es zwischen vier und sechs Monaten pro Jahr. Sechs bis acht Monate im Jahr jedoch sind geprägt von einem Mangel an Nahrungsmitteln. Dieses saisonale Nahrungsmitteldefizit hat eine Rate chronischer Unterernährung von ungefähr 50% zur Folge. Dazu kommt, dass die Haupternährer nicht in der Lage sind, Saatrücklagen zu bilden.

Aufgrund ihrer Lebensbedingungen schaffen es diese Kleinbauern nicht, die lebensnotwendigen Grundbedürfnisse ihrer Familie zu decken, darunter zählen unter anderem genügend Nahrung, eine menschenwürdige Bleibe und vernünftige Kleidung, Schulgeld und der Zugang zu medizinischer Versorgung.

Wie ? Mit Hilfe von effektiven Zusammenschlüssen in Genossenschaften, von Verbesserung der Produktionstechniken sowie der Lagerung und Vermarktung von Produkten. Das Programm trägt darüber hinaus dazu bei, dass mehr Tätigkeiten entstehen, die es den Haushalten ermöglichen, Einkommen zu erwirtschaften.
Wie genau ? Das Programm stützt sich auf folgende 4 Einsatzbereiche:

1. Die Intensivierung und Vergrößerung der Produktionsvielfalt durch den Aufbau von Gemüseanbau, die Erweiterung des Obst- und Futterpflanzenanbaus sowie das Anlegen von Baumschulen und Gemüsegärten;

2. Den Zugang zu Finanzierungsmitteln durch die Bereitstellung von Spar- und Kreditmechanismen für die Anschaffung von Kleinvieh, Saatgut und landwirtschaftlichen Maschinen. Die Rückzahlung der Mikrokredite wird den Familien durch die Steigerung des Einkommens ermöglicht, das sie mit ihren Tätigkeiten erzielen. Darüber hinaus werden die Produktionsfaktoren gemeinschaftlich genutzt. Darunter fallen der Kauf und Verleih von Maschinen und Dünger, der Bau von gemeinschaftlich genutzten Verkaufsstellen und Lagern;

3. Der Erwerb, die Entwicklung und die Vertiefung der Kenntnisse von Landwirten durch den Zugang zu Schulungen in den Bereichen Landwirtschaft und Viehzucht sowie Imkerei;

4. Die Unterstützung von Bauernverbänden durch aktive Hilfestellung für landwirtschaftliche Genossenschaften bei der Erarbeitung von technischen Unterlagen und Finanzdokumenten sowie Hilfeleistungen im Rahmen ihrer Verwaltungsarbeit.

Was sind die genauen Ziele? Das Projekt trägt maßgeblich zur Ernährungssicherheit und zur Verbesserung der Lebensbedingungen ländlicher Haushalte bei. Seit Beginn des Projekts vor elf Monaten konnten bereits folgende Erfolge verzeichnet werden:

1. 80% der betroffenen Haushalte haben Zugang zu mindestens 2 Mahlzeiten täglich bekommen, sogar in Zeiten des Nahrungsmitteldefizits;

2. Die Familien haben Zugang zu hochwertiger Nahrung und mindestens 5 verschiedenen Nahrungsmitteln pro Tag bekommen ;

3. 40% der Familien wurden aus der extremen Armut befreit.
Wie viel Geld ist für die Umsetzung des Projekts notwendig? Das Gesamtbudget, um das Programm durchzuführen, beläuft sich auf 63.132€.

Béata KAGOYIRE, 30 Jahre alt, alleinstehend, lebt mit ihrem kleinen Bruder (11 Jahre) zusammen:

« Mein Haus wurde zerstört. Seit einem Jahr wohne ich dank des Projekts wieder hier, das darüber hinaus einen kitchen garden angelegt hat, wo ich unter anderem Kohl, grünes Gemüse und Sellerie anbaue.

Ich habe meinen Ziegen-Kredit zurückgezahlt und besitze 5 Ziegen und 3 Hühner. Außerdem plane ich, Kaninchen auf dem Markt zu verkaufen und ein Kalb zu kaufen.

Des Weiteren habe ich mit Hilfe des Projekts Obstbäume gepflanzt (japanische Pflaumenbäume, Avocados und Maracuja). Ich habe ausreichend zu essen und ernähre mich ausgewogen.

Heute geht es mir gut. Dank des Projekts habe ich neue Träume. »

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