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Asien / Saubere Kleidung

22. Oktober 2015

Asien/Kampagne für saubere Kleidung der Asia Floor Wage Alliance

Das Nähen von Bekleidung dürfte eigentlich kein gefährlicher Beruf sein. Dennoch wurden am 24. April 2013 beim Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes 1 138 Näherinnen getötet und weitere 2 000 verletzt. Aufgrund des Drucks der Zivilgesellschaft haben die großen Textilkonzerne schließlich einen Entschädigungsfonds für die Opfer eingerichtet. Im Juni wurde endlich der notwendige Mindestbetrag von 30 Millionen für eine vollständige Entschädigung der Anspruchs¬berechtigten erreicht.

Aber auch abgesehen von der Tragödie des Rana Plaza müssen die Bekleidungsmarken und -unternehmen, die ihre Waren aus solchen Fabriken beziehen, dazu gebracht werden, ihren Beitrag zur Finanzierung von Kontrollen und zur Entschädigung der Opfer zu leisten. Denn die Unsicherheit der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ist nach wie vor unverändert: Im Mai 2015 hat eine weitere Katastrophe auf den Philippinen Hunderte Menschen das Leben gekostet, die einem verheerenden Brand in der Fabrik Kentex Manufacturing Incorporated zum Opfer fielen. Dort wurden Flipflops und Hausschuhe aus Gummi hergestellt.Der wahre Grund solcher Katastrophen liegt in einem weltweiten System, bei dem die großen Marken die Produktion an Zulieferer ausgelagert haben, die dazu gedrängt werden, die Kosten immer weiter zu senken und damit die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Hinter jedem Paar Schuhe und jedem Kleidungsstück stehen meist Frauen und Kinder, die unter unmenschlichen Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiten.

Mit Unterstützung von CNCD-11.11.11 und achACT formiert sich der Widerstand gegen dieses System. In zehn Ländern Asiens setzt sich die Asia Floor Wage Alliance für eine Abstimmung zwischen den Bewegungen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein, um so geschlossen für einen existenzsichernden Lohn und die Versammlungsfreiheit, die für dessen Erhalt unabdingbar ist, einzutreten. Sie organisiert vor allem sog. Volkstribunale, die die Verantwortung und Verpflichtungen jedes Akteurs der Produktionskette aufzeigen. Mit sichtbaren Erfolgen: In mehreren Ländern werden Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern vor Ort, den Gewerkschaften und den internationalen Marken ausgehandelt, um die Sicherheit der Gebäude zu gewährleisten und die Gewerbeaufsicht zu verstärken.

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